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<title>Luftmine</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Luftmine</span></h1>
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<p>Eine <b>Luftmine</b> (manchmal auch als <b>Minenbombe</b>, <b>Blockbuster</b> oder <b>Wohnblockknacker</b> bezeichnet) ist eine große, schwerere <a href="Sprengbombe" title="Sprengbombe">Sprengbombe</a>, die vor allem im <a href="Luftkrieg" title="Luftkrieg">Luftkrieg</a> während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> von <a href="Flugzeug" title="Flugzeug">Flugzeugen</a> abgeworfen wurde. Luftminen werden gegen ungepanzerte Flächenziele verwendet und sind so konzipiert, dass sie eine starke <a href="Detonationswelle" title="Detonationswelle">Detonationswelle</a> zur Verwüstung des Umfelds erzeugen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktionsweise">Funktionsweise</h2></div>

<p>Luftminen wurden während des Zweiten Weltkrieges im <a href="Luftkrieg" title="Luftkrieg">Luftkrieg</a> gegen Städte sowohl von den <a href="Luftwaffe_(Wehrmacht)" title="Luftwaffe (Wehrmacht)">deutschen</a> als auch von den <a href="Royal_Air_Force" title="Royal Air Force">britischen</a> und <a href="United_States_Army_Air_Forces" title="United States Army Air Forces">US-amerikanischen Luftstreitkräften</a> eingesetzt. Luftminen <a href="Detonation" title="Detonation">detonierten</a> nicht – wie es der Name vermuten ließe – in der Luft, sondern zumeist am Boden, ausgelöst durch <a href="Aufschlagz%C3%BCnder" title="Aufschlagzünder">Aufschlagzünder</a>. Eine direkt in der Luft gezündete Luftmine hat allerdings eine noch größere Vernichtungswirkung, weil die Abschirmung durch Nachbargebäude minimiert und die <a href="Druckwelle" title="Druckwelle">Druckwelle</a> durch die schräge <a href="Reflexion_(Physik)" title="Reflexion (Physik)">Reflexion</a> verstärkt (siehe auch <a href="Kernwaffenexplosion#Luftexplosionen" title="Kernwaffenexplosion">Luftexplosionen bei Kernwaffen</a>) ist. Die dafür erforderlichen <a href="Abstandsz%C3%BCnder" title="Abstandszünder">Abstandszünder</a> wurden damals aber noch nicht eingesetzt.
</p><p>Luftminen hatten ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm bis hin zu mehreren Tonnen und waren bis zu 80 Prozent ihres Gesamtgewichtes mit hochexplosivem <a href="Sprengstoff" title="Sprengstoff">Sprengstoff</a> gefüllt. Im Vergleich zu normalen Mehrzweckbomben waren sie meist erheblich größer: mehrere Meter lang und im Durchmesser bis zu einem Meter dick, dabei jedoch verhältnismäßig dünnwandig umhüllt, weshalb nur ein relativ geringer Gewichtsanteil auf die Stahlhülle entfiel. Durch diese schwache Ummantelung und das hohe Gewicht bestand jedoch das Risiko, dass die Luftmine am Boden zerbarst, bevor der Aufschlagzünder ansprach. Aus diesem Grund hatten sie stets mehrere Zünder. In seltenen Fällen wurden Luftminen sogar an <a href="Fallschirm" title="Fallschirm">Fallschirmen</a> abgeworfen. Dann konnten sie theoretisch auch mit einem <a href="Zeitz%C3%BCnder" title="Zeitzünder">Zeitzünder</a> versehen werden.
</p>

<p>Aufgrund der dünnen Stahlummantelung konnten Luftminen nicht tief in Gebäude oder in den Erdboden eindringen, was auch so gewollt war. Die <a href="Explosionskrater" title="Explosionskrater">Explosionskrater</a> (Bombentrichter) waren daher relativ flach ausgebildet oder fehlten sogar völlig und auch die Splitterwirkung dieser Bomben war verhältnismäßig gering.
</p><p>Die im Vergleich zu herkömmlichen Sprengbomben um ein Vielfaches stärkere Druckwelle war dagegen verheerend. Sie zerstörte im Umkreis von 100 Metern sämtliche Gebäude gewöhnlicher Bauart, riss im freien Gelände in bis zu einem Kilometer Entfernung Türen und Fensterrahmen heraus und ließ Fensterscheiben noch in einer Entfernung von zwei Kilometern zersplittern. Wenn solche Bomben gezielt über Wohngebieten explodierten, deckten sie die Dächer im Umkreis von mehreren hundert Metern ab. Aus diesem Grund wurden Luftminen auch eingesetzt, um <a href="Brandbombe" title="Brandbombe">Brandbomben</a> einen guten Zugang zu leicht brennbaren Dachböden und -stühlen zu ermöglichen und so Großbrände zu entfachen; selbst wo in größerer Entfernung nur Fensterscheiben zerstört wurden, entstand noch eine bessere Ausbreitungsmöglichkeit für das Feuer, da Funken nun in Wohnräume gelangen konnten und Textilien oder Papier entzündeten. Ziel waren die sich selbst verstärkenden <a href="Feuersturm" title="Feuersturm">Feuerstürme</a>. Straßen wurden durch die entstehenden Trümmer für Rettungskräfte unpassierbar. Direkte Opfer von Luftminen starben infolge der enormen Druckwelle meist an <a href="Lungenriss" title="Lungenriss">Lungenrissen</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begrifflichkeit">Begrifflichkeit</h2></div>
<p>„<a href="Mine" class="mw-disambig" title="Mine">Mine</a>“ ist die lateinische Bezeichnung für Stollen beim Bergbau nach Mineralen. Nach der Erfindung des <a href="Schwarzpulver" title="Schwarzpulver">Schwarzpulvers</a> wurden bei der Belagerung von Festungen auch Stollen unter die Mauern gegraben und mit Fässern von Pulver gefüllt, worauf der Stolleneingang verschlossen wurde um die Sprengwirkung nicht nach außen verpuffen zu lassen. Die <a href="Mineur" title="Mineur">Mineure</a> sprengten daraufhin eine <a href="Bresche" title="Bresche">Bresche</a> in die Mauer. Durch solche <a href="Unterminierung" class="mw-redirect" title="Unterminierung">Unterminierung</a> im <a href="Minenkrieg" title="Minenkrieg">Minenkrieg</a> wurden im Ersten Weltkrieg ganze Alpengipfel mit feindlichen Stellungen weggesprengt. Unterirdisch oder im Wasser versteckte Sprengladungen, oder Bomben mit sehr großen Mengen Sprengstoff, werden als „<a href="Mine_(Waffe)" title="Mine (Waffe)">Minen</a>“ bezeichnet.
</p><p>Die technisch korrekte Bezeichnung <i>Minenbombe</i> ist auf die in Fachkreisen sogenannte <a href="Minenwirkung" title="Minenwirkung">Minenwirkung</a> zurückzuführen, also auf die im Verhältnis zur Größe der Bombe besonders große Druckwelle.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es handelt sich nicht um Sperrwaffen wie <a href="Landmine" title="Landmine">Landminen</a> oder <a href="Seemine" title="Seemine">Seeminen</a>, die abgelegt werden und bei Berührung explodieren.
</p><p>Die deutsche Luftwaffe benannte <a href="Seemine" title="Seemine">Seeminen</a>, die per Luftabwurf verlegt werden konnten, als <i>Luftmine</i> (<a href="Deutsche_Abwurfmunition_des_Zweiten_Weltkrieges#Luftmine_(LM)" title="Deutsche Abwurfmunition des Zweiten Weltkrieges">LM A, B, C und F</a>). Tatsächlich setzte die deutsche Luftwaffe zu Beginn des Krieges als Behelf, weil wenige schwere Bomben zur Verfügung standen, auch Seeminen ein, die von Flugzeugen über Land als Sprengminen abgeworfen wurden. Möglicherweise führte dieser Umstand dazu, dass das deutschsprachige Programm der <a href="BBC_World_Service" title="BBC World Service">BBC</a> diesen Begriff übernahm, und sich dieser durch das Hören des <a href="Feindsender" title="Feindsender">Feindsenders</a> in der deutschen Sprache etabliert hat. Die deutsche Luftwaffe verwendete zwar den Begriff <i>Minenbombe</i> für die <a href="Deutsche_Abwurfmunition_des_Zweiten_Weltkrieges#Sprengbombe_Cylindrisch_(SC)" title="Deutsche Abwurfmunition des Zweiten Weltkrieges">Sprengbombe Cylindrisch</a>, die allerdings nicht der Definition der hier beschriebenen Luftmine, sondern einer Mehrzwecksprengbombe entsprach. Bei der deutschen Luftwaffe wurden die eigenen Minenbomben erst spät entwickelt und im offiziellen Sprachgebrauch als <i>Großladungsbomben</i> bezeichnet.
</p><p>Die britische Luftwaffe bezeichnete ihre Minenbombenmodelle offiziell mit der Abkürzung HC für <i>high capacity</i> (hohe Füllmenge). Die amerikanische Luftwaffe verwendete hingegen die Bezeichnung <i>light case</i> (Leichtgehäuse).
</p><p>Im <a href="Volksmund" title="Volksmund">Volksmund</a> wurden die Luftminen-Blindgänger wegen ihrer großen Abmessungen oft als <i>Badeofen</i> oder <i>Litfaßsäule</i> oder ihrer Wirkung wegen als <i>Wohnblockknacker</i> bezeichnet. Auch die englische Bezeichnung <i>Blockbuster</i> rührt von der enormen Zerstörungskraft her, die ganze Häuserblöcke zerstören konnte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Modelle_des_Zweiten_Weltkriegs">Modelle des Zweiten Weltkriegs</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Großbritannien"><span id="Gro.C3.9Fbritannien"></span>Großbritannien</h3></div>


<p><span id="HC_2000"></span>
Die erste von britischer Seite eingesetzte Minenbombe war die HC&nbsp;2000&nbsp;LB&nbsp;Mk&nbsp;I, eine Minenbombe der Gewichtsklasse 2000 <a href="Pfund" title="Pfund">Pfund</a> (tatsächliches Gewicht rund 790 kg, das heißt 1733 <a href="Avoirdupois" title="Avoirdupois">lb</a>) mit einer Sprengladung von 625&nbsp;kg <a href="Amatol" title="Amatol">Amatol</a>. Sie hatte eine kegelförmige Spitze mit einem Kopfzünder und wurde durch einen Fallschirm gebremst und stabilisiert. Die HC&nbsp;2000&nbsp;LB&nbsp;Mk&nbsp;III hatte schließlich eine flach gerundete Stirnfläche mit drei Kopfzündern und ein Blechleitwerk. Die HC&nbsp;2000&nbsp;LB hatte einen Durchmesser von 470&nbsp;mm und eine Länge des Bombenkörpers von 2655&nbsp;mm; die Gesamtlänge mit Blechleitwerk (Mk.III) betrug 3327&nbsp;mm.
</p><p><span id="HC_4000"></span>
Die nächstgrößere Minenbombe, die HC&nbsp;4000&nbsp;LB („Cookie“), war vergleichbar aufgebaut; zunächst mit kegelförmiger Spitze und einem Zünder sowie zwei bis vier seitlichen Zünderaufnahmebuchsen, einem Gewicht von 1789&nbsp;kg bei 1350&nbsp;kg Amatol (HC&nbsp;4000&nbsp;LB&nbsp;Mk.I), später dann ebenfalls mit flach gerundeter Stirnfläche, drei Kopfzündern und zwei seitlichen Zünderbuchsen und bis zu 1500&nbsp;kg <a href="Hexogen" title="Hexogen">Torpex</a> (HC 4000&nbsp;LB&nbsp;Mk.II bis Mk.VI). Die HC&nbsp;4000&nbsp;LB wies einen Durchmesser von 760&nbsp;mm (Mk.I) beziehungsweise 750&nbsp;mm (Mk.II&nbsp;–&nbsp;VI) und eine Länge von 2960&nbsp;mm (Mk.I) oder 2730m&nbsp;m (Mk.II&nbsp;–&nbsp;VI) auf.
Sie wurde zum ersten Mal am 1.&nbsp;April 1941 bei einem <a href="Luftangriffe_auf_Emden" class="mw-redirect" title="Luftangriffe auf Emden">Angriff auf Emden</a> abgeworfen; bis Kriegsende warf die Royal Air Force insgesamt 68.000 Luftminen dieses Typs ab.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Voraussetzung für den Abwurf solch <a href="Sprengbombe" title="Sprengbombe">schwerer Bomben</a> waren Bomber mit hoher Nutzlast.
Die Royal Air Force erhielt ab Ende 1941 die <a href="Avro_Lancaster" title="Avro Lancaster">Avro Lancaster</a>.
</p><p><span id="HC_8000"></span>
Die nächste Kategorie wurde nach dem <a href="Baukastenprinzip" class="mw-redirect" title="Baukastenprinzip">Baukastenprinzip</a> entwickelt: zunächst die HC&nbsp;8000&nbsp;LB, bestehend aus zwei Segmenten mit einem Durchmesser von 965&nbsp;mm und einer Länge des Bombenkörpers von 2410&nbsp;mm, die Gesamtlänge betrug je nach Leitwerkstyp 3340 oder 4040&nbsp;mm. Diese Minenbombe hatte bei einem Gesamtgewicht von 3590&nbsp;kg eine 2450-kg-Sprengladung aus Amatex&nbsp;9 (51&nbsp;% <a href="Ammoniumnitrat" title="Ammoniumnitrat">Ammoniumnitrat</a>, 40&nbsp;% <a href="Trinitrotoluol" title="Trinitrotoluol">TNT</a>, 9&nbsp;% <a href="RDX" class="mw-redirect" title="RDX">RDX</a> (Torpex)), später sogar 2670&nbsp;kg Torpex&nbsp;2.
</p><p><span id="HC_12000"></span>
Im September 1943 bestätigten sich die Befürchtungen der deutschen Experten, die diese nach den Funden der ersten HC&nbsp;8000&nbsp;LB gehabt hatten: Man konnte aus einem Kopfteil und zwei Heckteilen der HC 8000 eine HC 12000 LB zusammenbauen. Diese hatte nun einen 3620&nbsp;mm langen Bombenkörper; sie war – abhängig vom Leitwerk – 4722 oder 5420&nbsp;mm lang, von dem Gesamtgewicht von 5450&nbsp;kg entfielen 3670&nbsp;kg auf den Sprengstoff Amatex (oder 4000&nbsp;kg Torpex&nbsp;2).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Deutschland">Deutschland</h3></div>

<p>Bei der deutschen Luftwaffe wurden im Zweiten Weltkrieg die dünnwandigen Sprengbomben als <i>Minenbomben</i> bezeichnet. Diese Bomben erhielten die übliche Bezeichnung, die sich aus den Buchstaben SC (<a href="Deutsche_Abwurfmunition_des_Zweiten_Weltkrieges#Sprengbombe_Cylindrisch_(SC)" title="Deutsche Abwurfmunition des Zweiten Weltkrieges">Sprengbombe Cylindrisch</a>) und der Gewichtsklasse in kg zusammensetzt.
</p><p>Der oben aufgeführten Definition der Sprengbombe mit sehr hohem Sprengstoffanteil entsprechen die in der Luftwaffe eingeführten „Großladungsbomben“:
</p>
<ul><li>SB-1000, 735 kg Sprengstoff <a href="Amatol" title="Amatol">Amatol</a> 60/40 (60&nbsp;% TNT, 40&nbsp;% Ammoniumnitrat)</li>
<li>SB-2500, rund 1640 kg Amatol 60/40 – eine Versuchsversion aus Aluminium mit 2000&nbsp;kg Fp 60/40 konnte nur bis 1942 hergestellt werden.</li>
<li>SA-4000, etwa 2700 kg Amatol 50/50 (bei 3360&nbsp;kg Gesamtgewicht; wurde nur als Versuchsmuster gebaut)</li></ul>
<p>Der deutschen Luftwaffe standen für den Bombenkrieg zunächst nur zweimotorige „taktische“ Bomber zur Verfügung, wie <a href="Heinkel_He_111" title="Heinkel He 111">Heinkel He 111</a>, <a href="Junkers_Ju_88" title="Junkers Ju 88">Junkers Ju 88</a>, <a href="Dornier_Do_217" title="Dornier Do 217">Dornier Do 217</a>. Diese <a href="Kampfgeschwader" class="mw-redirect" title="Kampfgeschwader">Kampfgeschwader</a> sollten ursprünglich die Landstreitkräfte unterstützen und konnten lediglich eine Bombenlast bis 2500&nbsp;kg ins relativ nahe Ziel tragen. Im Verlauf des Kriegs wurde die Leistungsfähigkeit bis auf 7300&nbsp;kg gesteigert (<a href="Heinkel_He_177" title="Heinkel He 177">Heinkel He 177</a>, wenn auch bei verringerter Reichweite), allerdings reichte die Leistungsfähigkeit nie auch nur annähernd an die der viermotorigen „strategischen“ Bomber der Amerikaner und Briten heran. Diese konnten eigenständig weit hinter den Frontlinien bombardieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vereinigte_Staaten">Vereinigte Staaten</h3></div>

<p>Die amerikanische Luftwaffe setzte neben den GP-Bomben (General Purpose = Mehrzweckbomben mit Sprengstoffanteil um die 50&nbsp;%) nur eine entsprechende Minenbombe ein: „Bomb, light-case, 4,000-lb M56“.
</p><p>Technische Daten: Gesamtlänge mit Leitwerk rund 2980&nbsp;mm, Länge Bombenkörper 2430&nbsp;mm, Durchmesser Bombenkörper 870&nbsp;mm, Gesamtgewicht 1905&nbsp;kg, davon 1470&nbsp;kg (77&nbsp;%) Sprengstoff Amatol.
</p><p>Die LC 4000 lb wurde im Belehrungsblatt über Beseitigung feindlicher Abwurfmunition Nr.&nbsp;8 vom 15.&nbsp;Februar 1943 erstmals erwähnt, allerdings erst als Lichtbild mit der (falschen) Bezeichnung „Bombe DEMO 4000 LB“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklung_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg">Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg</h2></div>

<p>Die Hauptaufgabe der Minenbomben im Zweiten Weltkrieg war, Dächer abzudecken, um Brandbomben einen besseren Zugang zu brennbarem Material zu geben. Die Einführung der <a href="Kernwaffe" title="Kernwaffe">Atombombe</a> am Ende des Zweiten Weltkriegs veränderte die Luftkriegsführung vollständig. Die <a href="Fl%C3%A4chenbombardement#Zweiter_Weltkrieg" title="Flächenbombardement">Flächenbombardements</a> wurden obsolet, denn nun ging die Zerstörungskraft von einer einzigen Bombe aus. Deshalb verschwanden die großen Minenbomben aus den Arsenalen.
</p><p>Dennoch hat die amerikanische Luftwaffe für Spezialaufgaben zwei Modelle entwickelt: Die <a href="BLU-82_Commando_Vault" title="BLU-82 Commando Vault">BLU-82B</a> (Daisy Cutter) wurde vorrangig entwickelt, um Lichtungen für Hubschrauberlandeplätze im Dschungel von Vietnam zu schaffen. Der Nachfolger, <a href="GBU-43/B_Massive_Ordnance_Air_Blast" title="GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast">GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast</a> (MOAB, umgangssprachlich <i>Mother of all bombs</i> genannt), galt bis September 2007 als die größte konventionelle Bombe und wird <a href="Global_Positioning_System" title="Global Positioning System">GPS</a>-gesteuert vor dem Auftreffen auf die Oberfläche gezündet. Beide Bomben sind so groß, dass sie nicht von Bombern, sondern von umgebauten Frachtflugzeugen abgeworfen werden müssen.
</p><p>Als Waffe mit ähnlichem Einsatzzweck wurde die <a href="Aerosolbombe" title="Aerosolbombe">Aerosolbombe</a> entwickelt. Diese erreicht eine vergleichbare Wirkung mit weniger Masse. Die russische Aerosol-Bombe <i><a href="Vater_aller_Bomben" title="Vater aller Bomben">Vater aller Bomben</a></i> gilt als die stärkste konventionelle Bombe der Welt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entschärfungen_und_Evakuierungen"><span id="Entsch.C3.A4rfungen_und_Evakuierungen"></span>Entschärfungen und Evakuierungen</h3></div>
<p>In Deutschland wurden bei Entschärfungen von Luftminen mehrfach umfangreiche Evakuierungen vorgenommen, so <a href="Evakuierung_in_Koblenz_am_4._Dezember_2011" title="Evakuierung in Koblenz am 4. Dezember 2011">2011 in Koblenz</a>, <a href="Entsch%C3%A4rfung_einer_Fliegerbombe_in_Augsburg_zu_Weihnachten_2016" title="Entschärfung einer Fliegerbombe in Augsburg zu Weihnachten 2016">2016 in Augsburg</a> und <a href="Evakuierung_in_Frankfurt_am_Main_am_3._September_2017" title="Evakuierung in Frankfurt am Main am 3. September 2017">2017 in Frankfurt</a>, letztere mit 65.000 evakuierten Personen die größte derartige Maßnahme in der Geschichte der Bundesrepublik,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sowie am 8. April 2018 in Paderborn mit 26.400 evakuierten Personen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Luftmine" class="extiw external" title="wikt:Luftmine">Wiktionary: Luftmine</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div><div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Luftmine_HC_4000_Feuerwehrerlebniswelt_(Augsburg)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Luftmine HC 4000 Feuerwehrerlebniswelt (Augsburg)</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li>Roy Ripley, Brian Pears: <i><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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<li>HC 4000 "Cookie" – <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Auf-dem-Wasser-Riesige-Bombe-in-Kiel-erfolgreich-entschaerft,bombe4200.html">Riesige Bombe in Kiel erfolgreich entschärft</a> (NDR, 26. März 2024)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Wolfgang_Fleischer_(Historiker)" title="Wolfgang Fleischer (Historiker)">Wolfgang Fleischer</a>: <i>Deutsche Abwurfmunition bis 1945: Sprengbomben, Brandbomben, Sonderabwurfmunition, Abwurfbehälter, Zünder.</i> Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02286-9.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170904235227/http://www.br.de/nachrichten/augsburg-bombe-hc4000-100.html"><i>HC 4.000 "Cookie": So funktioniert die Augsburger Monsterbombe | BR.de.</i></a> Bayerischer Rundfunk, 23.&nbsp;Dezember 2016, archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Oliver Teutsch: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fr.de/frankfurt/bombe-in-frankfurt-bombenentschaerfer-erfahrung-und-ein-bisschen-bauchgefuehl-a-1343313"><i> Bombe in Frankfurt – Bombenentschärfer: „Erfahrung und ein bisschen Bauchgefühl“</i></a>. In: <i>Frankfurter Rundschau</i>. 2.&nbsp;September 2017.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.paderborn.de/rathaus-service/news/bombenentschaerfung.php"><i>Bombenentschärfung am 8. April 2018 in Paderborn.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 5.&nbsp;April 2018</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALuftmine&amp;rft.title=Bombenentsch%C3%A4rfung+am+8.+April+2018+in+Paderborn&amp;rft.description=Bombenentsch%C3%A4rfung+am+8.+April+2018+in+Paderborn&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.paderborn.de%2Frathaus-service%2Fnews%2Fbombenentschaerfung.php">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/22107589_So-verlief-die-Bombenentschaerfung-in-Paderborn.html"><i>So verlief die Bombenentschärfung in Paderborn.</i></a> In: <i><a href="Neue_Westf%C3%A4lische" title="Neue Westfälische">Neue Westfälische</a>.</i> 9.&nbsp;April 2018,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 10.&nbsp;April 2018</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALuftmine&amp;rft.title=So+verlief+die+Bombenentsch%C3%A4rfung+in+Paderborn&amp;rft.description=So+verlief+die+Bombenentsch%C3%A4rfung+in+Paderborn&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.nw.de%2Flokal%2Fkreis_paderborn%2Fpaderborn%2F22107589_So-verlief-die-Bombenentschaerfung-in-Paderborn.html&amp;rft.date=2018-04-09">&nbsp;</span></span>
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